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Was genau versteht man unter einem Herzinfarkt?

Beim akuten Herzinfarkt, auch Myokardinfarkt genannt, kommt es durch den plötzlichen Verschluss einer Koronararterie zur Minderdurchblutung des Herzmuskels und dadurch bedingt zum Absterben von Muskelgewebe. Die Hauptursache ist eine koronare Herzerkrankung, die sich infolge einer Artherosklerose an den Herzkranzgefäßen manifestiert hat.

Zeitlicher Verlauf

→ frühe Ischämie:

Bei einer absoluten Minderdurchblutung sind bereits nach 10 Minuten Veränderungen des Herzmuskelgewebes erkennbar. Durch den Ausfall des betroffenen Areals sinkt die Kontraktionskraft des Herzens. Bereits nach 30 Minuten trägt das Gewebe, welches sich im betroffenen Bereich befindet, irreversible Schädigungen mit sich.

→ Nekrose:

Nach etwa 5 Stunden kann es zu Rupturen in den Membranen der Muskelzellen kommen, wodurch diese letztendlich absterben. Nach circa 24 Stunden beginnt ein Entzündungsprozess.

→ Vernarbung:

Etwa ab dem 4. Tag beginnt ein Umbau im Infarktgewebe; Zellen wandern ein und bauen abgestorbenes Muskelgewebe ab und ersetzen es durch Bindegewebe. Dieser Prozess ist nach etwa 6 Wochen abgeschlossen.

 

Folgen eines Herzinfarkts

Durch Veränderungen im Infarktgewebe wird die Entstehung von Kammerflimmern begünstigt und es kann zum plötzlichen Herztod kommen.

Je nachdem welche Koronararterien betroffen sind, kann es teilweise zu einem Ausfall des Erregungsleitungssystems kommen und daraus folgend zu einer verringerten Herzfrequenz hinzukommend zu der ohnehin abgeschwächten Leistung des Herzens.

Bereits in der Frühphase können Herzrhythmusstörungen auftreten.

 

Wie macht sich ein Herzinfarkt bemerkbar?

Leitsymptom ist der massive, langanhaltende Brustschmerz (s. Angina pectoris Beschwerden), welcher typischerweise in den linken Arm ausstrahlt und vor allem unter Belastung auftritt. Hinzu kommt bei etwa 50% der Patienten eine leichte bis massive Luftnot. Normalerweise lassen die Schmerzen unter körperlicher Schonung oder der Gabe von Nitroglyzerin etwas nach.

Häufig treten neben den pectanginösen Beschwerden vegetative Begleitsymptome auf wie Übelkeit, Erbrechen, Unruhe, Angst und Kaltschweißigkeit. Durch den möglichen Auftritt von Herzrhythmusstörungen können diese die Symptomatik dominieren.

Einteilung

Die Einteilung eines Herzinfarkts erfolgt anhand der Lokalisation des Infarktareals. Diese wiederum ist abhängig von der Lokalisation des Gefäßverschlusses sowie vom Versorgungstyp des Patienten.

In den meisten Fällen befindet sich das Infarktareal im Bereich der linken Herzkammer.

→  Vorderwandinfarkt:

Sind meistens verursacht durch den Verschluss eines Astes der linken Koronararterie, dem Ramus interventricularis anterior (RIVA). Die Durchblutungsstörung erstreckt sich auf die Vorderwand und das Kammerseptum (Scheidewand zwischen den beiden Kammern).

→ Hinterwandinfarkt:

Beim Hinterwandinfarkt ist zumeist die rechte Koronararterie betroffen mit ihrem Ast: (RCA), welcher für die Versorgung der Hinterwand und somit auch des Erregungsleitungssystems zuständig ist.

→ Seitenwandinfarkt:

der Seitenwandinfarkt ist ebenfalls ein Resultat eines Verschlusses der linken Koronararterie, jedoch in einem anderen Ast, nämlich dem Ramus circumflexus (RCX).

 

Therapie

Durch die Gabe von Medikamenten versucht man das Herz zunächst zu entlasten und vor Herzrhythmusstörungen zu schützen.

→ Schmerz- und Beruhigungsmittel: verringern durch die von ihnen hervorgerufene Stressentlastung die Herzbelastung.

→ Sauerstoffzufuhr: über eine Nasensonde kann dem Patienten Sauerstoff zugeführt werden, womit man den Sauerstoffgehalt des Blutes aufrecht erhalten kann.

→ Nitroglycerine: sorgen über die Freisetzung von Stickstoffmonoxid zur Dehnung der Venen und Koronargefäße. Durch die Dehnung der Venen fließt weniger Blut zum Herzen zurück und das Herz muss weniger Arbeit verrichten. Zudem wird der Herzmuskel aufgrund der Erweiterung der Herzkranzgefäße besser durchblutet.

→ beta-Blocker: senken den Sauerstoffverbrauch des Herzens und verbessern die Ökonomie der Herzarbeit.

→ ASS/Heparin: so früh wie möglich müssen blutverdünnende Mittel verabreicht werden, um das Blutgerinnsel aufzulösen oder einen weiteren Wachstum zu verhindern

 

Allein durch Medikamente ist der akute Herzinfarkt jedoch nicht beherrschbar. Weitere chirurgische Maßnahmen sind je nach Lokalisation und Ausprägung: PTCA  (Ballonkatheter), Stent-Implantation, Herzschrittmacher oder eine Bypass-Operation.

 

Risikofaktoren

Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko einen Herzinfarkt zu bekommen deutlich.

Dazu gehören: Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel, Diabetes mellitus, ein hoher Cholesterinspiegel, Stress und Gicht.

 

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