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Aortenklappenstenose

Aortenklappenstenose

Die Aortenklappe ist eine der vier Herzklappen und befindet sich direkt am Ursprung der Aorta, welche aus der linken Herzkammer heraus entspringt. Sie verhindert einen Rückfluss des in den großen Kreislauf gepumpten Blutes in die linke Kammer.

Öffnet die Klappe sich nicht mehr vollständig, so spricht man von einer Aortenklappenstenose (Engstellung). Dies erfordert eine erhöhte Pumparbeit des Herzens und kann zu einer Überlastung des Herzmuskels führen. Sie ist die häufigste Klappenerkrankung im Erwachsenenalter.

 

Ursachen

Die häufigste Ursache sind degenerative Klappenstenosen, welche von einer Kalkeinlagerung der Klappen im Rahmen sklerotischer Prozesse im hohen Alter ausgehen. Diese Stenosen treten meist erst ab dem 60. Lebensjahr auf.

Zudem können Komplikationen des rheumatischen Fiebers oder der infektiösen Endokarditis eine Ursache für eine Klappenstenose sein.

Vereinzelt sind angeborene Klappenfehlbildungen ursächlich, wobei Symptome schon in früheren Lebensjahren auftreten können.

 

Symptomatik

Durch Kompensationsmechanismen versucht das Herz über einen langen Zeitraum hinweg das Auswurfvolumen trotz des erhöhten Widerstandes konstant zu halten, um dem Körper eine ausreichende Versorgung zu gewähren. Aus diesem Grund verläuft die Erkrankung zunächst asymptomatisch.

Sobald jedoch der Punkt erreicht ist, an dem diese Mechanismen nicht mehr greifen (v. a. unter Belastung) prägen sich folgende Leitsymptome aus:

→ Angina pectoris

→ Atembeschwerden bis hin zur Atemnot

→ Schwindel und Ohnmacht

 

Therapiemaßnahmen

Die Therapiemaßnahmen richten sich nach dem Schweregrad der Aortenklappenstenose.

Bei leicht- bis mittelgradigen Stenosen greift man auf konservative Maßnahmen zurück und führt regelmäßige Kontrollen durch. Sportliche Aktivität ist möglich.

Bei schweren Aortenklappenstenosen hingegen erfolgt eine invasive Therapie:

→ Aortenklappenersatzoperation:  unterschiedliche Klappentypen (mechanisch, xenogen, Homocrafts oder Heterocrafts) können anstelle der natürlichen Aortenklappe implantiert werden. Bei einer solchen Operation muss in der Regel der Brustkorb eröffnet werden und der Patient an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden.

→ TAVI = interventionelle kathetergeschützte Aortenklappenimplantation:

Diese Methode ist nur minimal invasiv und wird wie die Herzkatheteruntersuchung über einen kleinen Schnitt in der Leiste beziehungsweise der Ellenbeude durchgeführt. Von der Schlagader der Punktionsstelle aus arbeitet man sich in die Aorta vor bis man die Klappe erreicht. Die körpereigene Aortenklappe wird zunächst mit einem Ballon aufgedehnt um dann durch eine künstliche Klappe ersetzt zu werden.

Für den Patienten bringt diese minimal invasive Maßnahme erhebliche Vorteile durch die Vermeidung der Eröffnung des Brustkorbes und der Herz-Lungen-Maschine.

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