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Was versteht man unter Vorhofflimmern?

Von Vorhofflimmern spricht man, wenn sich die Herzvorhöfe hochfrequent ( >350/min) und arrhythmisch kontrahieren. Dadurch findet keine geregelte mechanische Aktion des Vorhofs statt. Es ist bei Weitem die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung.

Da dem Vorhof eine wichtige Funktion bei dem Erregungsbildungs- und Leitungssystem des Herzens beiwohnt, führt Vorhofflimmern ebenfalls zu einer abnormen Herzfrequenz mit Herzrhythmusstörungen (absolute Arrhythmie).

 

Welche Gefahr besteht bei Vorhofflimmern?

Da die Vorhöfe unter Vorhofflimmern nur noch ineffektive Arbeit leisten, findet keine ausreichende Füllung der Kammern statt (Herzschwäche). Das Blut staut sich in den Vorhöfen und beginnt durch die unregelmäßigen, schnellen Kontraktionen zu stagnieren. Es können sich Thromben (Blutgerinnsel) im Vorhof bilden und über die ausströmenden Gefäße zu Embolien (Gefäßverschlüssen) führen. Diese sind besonders gefährlich wenn sie die Lungen- oder Hirngefäße (Schlaganfall) betreffen. Immerhin in 20-30% der Fälle mit Vorhofflimmern kommt es zu einem Gefäßverschluss.

 

Einteilung

Es sind drei unterschiedliche Formen von Vorhofflimmern bekannt:

→   Paroxymales Vorhofflimmern tritt nur anfallsartig auf und geht anschließend spontan wieder in einen normalen Sinusrhythmus über

→ Persistierendes Vorhofflimmern ist dauerhaft vorhanden, kann aber mit Hilfe von Therapiemaßnahmen (Medikamente oder Kardioversion) in den Sinusrhythmus überführt werden

→ Permanentes Vorhofflimmern ist dauerhaft vorhanden und kann auch durch Kardioversion nicht in einen Sinusrhythmus umgewandelt werden

 

Ursachen

Die Ursachen sind vielfältig. Es gibt sogar Fälle bei denen keine zugrunde liegende Erkrankung feststellbar ist, in diesem Fall spricht man von ideopathischem Vorhofflimmern.

Es gibt jedoch einige Risikofaktoren, die das Auftreten von Vorhofflimmern begünstigen:

Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck), hohes Alter, Herzinsuffizienz, Koronare Herzkrankheit, Diabetes mellitus, Herzklappenfehler oder Myokarditis.

 

Symptomatik

Die Symptome bei Vorhofflimmern sind abhängig von der daraus resultierenden Herzfrequenz und den Vorerkrankungen des Herzens. In den häufigsten Fällen berichten Patienten mit Vorhofflimmern von Herzrasen und -stolpern. Aber auch Symptome wie Schwindel, Atemnot, Angina Pectoris Beschwerden und Angstzustände sind nicht selten.

 

Therapiemaßnahmen

Im Akutfall mit absoluter Arrhythmie mit gesteigerter Herzfrequenz steht die Herzfrequenzsenkung im Vordergrund (z.B. mit Hilfe von Beta-Blockern). Hinzukommend sind blutverdünnende Mittel (Antikoagulantien) beispielsweise Heparin zu verabreichen um eventuelle Blutgerinnsel aufzulösen.

Hält die Arrhythmie weiterhin an muss man zwischen einer langfristigen medikamentösen Therapie oder der therapeutischen Wiederherstellung (sog. Kardioversion) des Sinusrhythmus  abwägen.

elektrische Kardioversion: bei der elektrischen Kardioversion wird das Herz über zwei Elektroden einem starken Stromstoß ausgesetzt, wodurch alle Bereiche gleichzeitig erregt werden und somit synchronisiert. Durch dieses Verfahren kann der normale Herzrhythmus (Sinusrhythmus) wieder hergestellt werden.

Der Patient ist bei dieser Untersuchung narkotisiert und wird über einen Monitor überwacht.

→ Katheterablation von Vorhofflimmern: eine weitere Möglichkeit bietet die Kathetherablation. Dabei wird ein Spezialkatheter über die Leistenvenen bis zum Vorhof vorgeschoben. Dort werden die Bereiche detektiert, sie für das Vorhofflimmern verantwortlich sind und eingegrenzt. Diese Eingrenzung erfolg über den Katheter, welcher mittels Hochfrequenzstrom Punkt-für-Punkt Gewebeanteile verödet und somit eine Ausbreitung der arrhythmischen Impulse verhindert.

→ Vorhofverschluss: Seit einigen Jahren kommt zudem einer neuen Maßnahme große Bedeutung zu – Der Vorhofverschluss. Dabei wird ebenfalls wie bei der Ablation ein Katheter über die Leistenvenen bis zum linken Herzvorhof geführt, welcher dann in dem Herzohr (sackartige Ausstülpung des Vorhofs) eine Art Schirm aufspannt und somit diesen vom Vorhof abgrenzt. Dieser Schirm verhindert ein Eintreten von Blutgerinnsel, die sich meistens in dem Herzohr bilden, in den Blutkreislauf.

Der Vorhofverschluss ist somit keine kausale Therapie-maßnahmen gegen das Vorhofflimmern sondern ein Schutz vor Schlaganfällen oder Embolien.

 

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